Schwabsbergs Kegler krönen ihre Erfolgsserie in der Champions League mit der Bronzemedaille im Finalrundenturnier

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Schwabsbergs Kegler hatten erneut Grund zu jubeln. Mit der Bronzemedaille im Champions League Wettbewerb, erreichten sie nicht nur die beste Platzierung des Vereins sondern einer baden-württembergischen Mannschaft überhaupt.

 

Allein schon das Erreichen der Champions League-Finalrunde in Bamberg war für die Erstligakegler von der Ostalb ein riesiger Erfolg. Während die Ostwürttemberger in der Meisterschaft nicht so recht auf Touren kommen wollten, räumte man international alles ab, was gerade in den Weg kam. Am Osterwochenende krönte die Mannschaft um Kapitän Reiner Buschow, mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Champions League Finale, ihre ohnehin bereits überragenden Leistungen. Mit Platz drei unter den weltbesten Clubmannschaften konnte das, nach dem ersten internationalen Titelgewinn beim NBC-Pokal in München, ohnehin schon sensationelle Abschneiden, sogar noch einmal getoppt werden. In einer begeisternden Begegnung setze sich Schwabsberg am Sonntag hauchdünn, mit

6 : 2 (3691 : 3681 Kegel, 12 : 12 Satzpunkte) gegen den mehrfachen Champion  Alabardos Szegedi TE (HUN) durch. Zuvor hatten beide Teams ihre Semifinalbegegnungen gegen Podbrezova und Zerbst jeweils deutlich mit 7 : 1 verloren. Die mitreißende Begegnung der beiden Verlierer vom Samstag zog die Zuschauer völlig in ihren Bann. Ein Match das alles hatte, was den Kegelsport attraktiv macht. Zwei durch und durch sympathische Teams, die sich, frenetisch von mehreren hundert Zuschauern nach vorne gepeitscht, mit offenem Visier einen heftigen Schlagabtausch lieferten. Exzellente Einzelleistungen, knappe Satzentscheidungen am Fließband, permanent wechselnde Spielstände und eine geradezu knisternde Hochspannung bis zum allerletzten Wurf. Das war schon ganz großes Kino, das es da im Eintracht Sportpark im Bamberg zu sehen gab. Nicht weniger spannend war das anschließende Finale zwischen dem Vorjahreschampion SKV RW Zerbst 1999 und dem slowakischen Meister SK Zeleziarne Podbrezova.

Die Kegler um den serbischen Weltmeister Vilmos Zavarko setzten sich ebenfalls denkbar knapp mit 6 : 2 Punkten (3738 : 3725 Kegeln, 14 : 10 Satzpunkte) gegen den Deutschen Meister durch. Das Finale der Frauen gewannen die Gastgeberinnen vom SKC Victoria 1947 Bamberg  mit 7 : 1 (3535 : 3377 Kegel, 17 : 7 Satzpunkte) gegen den rumänischen Meister C.S.E. Romgaz Targu-Mures. Bester Kegler des Turniers war der serbische Weltmeister Vilmos Zavarko mit 712 und 693 Kegeln.

Schwabsberger Pleite im Semifinale

Wenig überraschend war der übliche Aufstellungspoker der Slowaken. Die tauschten erwartungsgemäß vor Spielbeginn ihre gesamte Startreihe. Dort bekam es Mathias Dirnberger mit dem serbischen Weltklassemann Daniel Tepsa, Reiner Buschow mit Bystric Vadovic und Phlipp Vsetecka mit Vilmos Zavarko zu tun. Während der serbische Weltmeister von Beginn an dem Spiel seinen Stempel aufdrückte, kam Schwabsberg nicht aus den Startlöchern. Mathias Dirnberger machte mit 3 : 1 Gewinnsätzen und 589 : 549 Kegeln sicher seinen Punkt gegen Tepsa, der sichtlich mit der Bahn zu kämpfen hatte. Überraschend auf Schwabsberger Seite war, dass Kapitän Reiner Buschow keine Bindung zum Spiel fand. Er wurde bei Halbzeit durch Ronald Endraß ersetzt. Der fand sich zwar besser zurecht, konnte aber den Punktverlust nicht mehr vermeiden. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen (580 : 553 Kegel) setzte Bystric Vadovic gegen die beiden Schwabsberger durch. Eine wahre Augenweide war der Auftritt von Vilmos Zavarko. Ein Kegler der absoluten Extraklasse der die Sportart beinahe zur Kunst erhoben hat. Völlig unbedrängt von Philipp Vsetecka absolvierte der  Dominator seine Bahnen und entlockte dabei den begeisterten Zuschauern gleich serienweise „Ahh und Ohh’s“. Gegen seine 181, 182, 184 und 165  Kegel (427/285!!!/1) war kein Kraut gewachsen. Mit 4 : 0 Gewinnsätzen und

712 : 597 Kegel kassierte der Schwabsberger die Höchststrafe. Podbrezova lag nach dem Starttrio mit 2 : 1 Punkten und 1841 : 1739 Kegeln deutlich in Front. Eine Führung, die Peter Nemcek, Tomas Pasiak und Erik Kuna geradezu befügelte. Das Schlusstrio der Slowaken spielte wie aus einem Guss und machte alle drei Mannschaftspunkt. Ein ansprechendes Duell lieferte sich dabei Melvin Rohn mit Peter Nemcek. Der Schwabsberger startete mit einem Satzgewinn, musste dann allerdings passen, weil ihm der Slowake stets eine Nasenspitze voraus war. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen und 608 : 598 Kegeln entschied der das Duell für sich. Damir Cekovic kam gegen Tomas Pasiak nicht auf Touren und musste sich gegen den starken Slowaken schließlich mit 4 : 0 (556 : 643 Kegel) geschlagen geben. Nicht weniger besser erging es Manuel Lallinger. Der erzielte mit 600 Kegeln zwar Tagesbestleistung bei den Ostwürttembergern, musste aber dennoch mit

3 : 1 Gewinnsätzen gegen Erik Kuna (619 Kegel) passen. Mit einem auch in dieser Höhe verdienten 7 : 1 (hervorragende 3711 : 3493 Kegel) zog der slowakische Meister gegen eine phasenweise schon etwas hilflos wirkende Schwabsberger Mannschaft ins Finale ein. 

Mit einer Energieleistung zu Bronze

Im kleinen Finale um Platz drei rieben sich nicht nur die Zuschauer verwundert die Augen. Das war nicht die Schwabsberger Mannschaft, die am Vortag sang- und klanglos gegen Podbrezova die Segel streichen musste. Ausschlaggebend  für den Schwabsberger Erfolg war,  dass man die Position drei, auf der man den ungarischen Weltklassemann Laszlo Karsai erwartete, erfolgreich mit Philipp Vsetecka blockieren konnte und ferner, dass Jungspund Melvin Rohn den überraschend auf eins gesetzten Weltranglistendritten, Norbert Kiss, aus dem Spiel nahm. Zunächst jedoch nahm die Begegnung mit Feldvorteilen für die Ungarn Fahrt auf. Die Abgebrühtheit mit der Melvin Rohn seine Aufgabe anging war beeindruckend. Phänomenal wie der U 23 Spieler Bahn um Bahn (149 : 146, 150 : 149 und 164 : 163) gegen den ungarischen Weltklassekegler punktete. Lediglich im Schlusssatz zog er mit 182 : 179 Kegeln den Kürzeren. 3 : 1 Gewinnsätze und 642 : 640 Kegel, herausgespielt in beeindruckender Weise, eine überragende Bilanz des jungen Schwabsbergers. Trotz seines mit 609 : 604 Kegeln besseren Gesamtergebnisses zog Mathias Dirnberger gegen den Ungarn Janos Marton, der drei Gewinnsätze für sich verbuchen konnte, den Kürzeren. Laszlo Karsai sah bei Halbzeit mit zwei Gewinnsätzen bereits wie der sichere Sieger aus, als Philipp Vsetecka, der durchaus auf Augenhöhe mitgespielt hatte, die Schlagzahl deutlich erhöhte. Bei Satzgleichstand gab sein mit 627 : 622 Kegeln höheres Gesamtergebnis den Ausschlag für Schwabsberg. Wie aus dem Nichts lagen die Ostwürttemberger  mit 2 : 1 und 1878 :1866 Kegeln in Front. Im zweiten Spielabschnitt zog Manuel Lallinger gegen den Serben Jovan Calic sämtliche Register seines Könnens und sorgte mit 3 : 1 Gewinnsätzen und überragenden 650 : 609 Kegeln für einen weiteren Punkt. In dem Duell Ronald Endraß gegen Norbert Ernjesi ging es in jeder Hinsicht eng her. Am Ende behauptete sich nervenstark der Schwabsberger. Bei jeweils 2 : 2 Gewinnsätzen, gaben seine ansprechenden  598 : 594 Kegel den Ausschlag für den Punktgewinn.

Weil Damir Cekovic (261 Kegel) gegen Bela Feher (612 Kegel) nicht zurecht kam, wurde er bei Halbzeit durch Kapitän Reiner Buschow (304 Kegel) ersetzt. Der zeigte sofort Präsenz und verhinderte so, dass die Schwabsberger Führung weiter abgeschmolzen wurde. Dennoch ging es bis zum Spielende recht eng her. Erst als die Ungarn mit ihren letzten Würfen zwei Bilder nicht sauber verwerten konnte, sah sich Schwabsberg am Ziel seiner Träume.

Stimmen zum Spiel – KC Trainer Eugen Fallenbüchel:

„Ein wirklich erstklassiges Teilnehmerfeld. Wir sind deshalb auch ohne übersteigerte Erwartungen in dieses Final Four gegangen. Mein ganz persönliches Resümee: Wir haben keineswegs den ersten Platz verloren, sondern den Dritten gewonnen.“


2018-08-18
12:00 Uhr - 22:00 Uhr
Göggelesfest
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