Sanierung - Binnen acht Wochen Bauzeit wurden im Kegelcenter des KC Schwabsberg die Bahnen getauscht und das Dach erneuert. Wie die Großinvestition trotz Corona lief. Von Benjamin Leidenberger

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KC-Vorsitzender Reinhard Prickler (links) und Rainaus Bürgermeister Christoph Konle freuen sich über den Abschluss der Baumaßnahme. Die Bahnen sind über Touchscreen (vorne) zu bedienen.

Foto: T. Siedler

Eigentlich hätte die Baumaßnahme erst am 4. April, also nach dem offiziellen Ende der Kegel-Bundesliga-Saison begonnen werden sollen, doch dann kam Corona. "Der Spielbetrieb wurde Mitte März eingestellt und auch unsere verpachtete Gastwirtschaft musste schließen", blickt KC-Vorsitzender Reinhard Prickler zurück.
Über den Winter war die Baumaßnahme in einem extra gegründeten Ausschuss vorbereitet worden, sodass der Verein schnell reagierte: "Bereits am 18. März begannen wir, die alten Kegelbahnen auszubauen", sagt Prickler beim Pressegespräch anlässlich der Fertigstellung am Mittwoch.
Trotz Einschränkungen durch die Folgen des Shutdowns, der sich auf viele Ehrenamtliche auch über die veränderten Berufsbedingungen auswirkte, schafften es Prickler und seine Helfer - wohlgemerkt in Zweierteams auf der Baustelle - alle vorgesehenen Arbeiten nun abzuschließen.

Die neue Bahnanlage war nötig geworden, weil der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC) die Auflage auf sogenannten Segmentbahnen in die Sportordnung für die kommende Bundesliga-Saison aufgenommen hatte. "Wir wollen weiterhin in der Bundesliga kegeln, jetzt haben wir die beste Voraussetzungen dafür".

Nach 36 Jahren sei die Kunststoffbahn ohnehin anfällig geworden. Nun wurde neben dem neuen Bahnbelag auch der marode Dachaufbau mit Eternit-Platten ausgetauscht, der Boden neu gefliest und die Wandvertäfelung verschönert, um die Halle heller zu gestalten.
"Jetzt freuen wir uns riesig, dass der Staub draußen ist", sagt Prickler. Auf 165 000 Euro waren die Gesamtkosten kalkuliert, dank der über 1000 Stunden Eigenleistungen werde man sogar etwas darunter bleiben.
Große Unterstützung fand der Verein in der Gemeinde, fünf Prozent der Bausumme wurden als Zuschuss gewährt, zudem fließen über eine Sanierungsprogramm für den Ortskern weitere 18 000 Euro ins Projekt.
Bürgermeister Christoph Konle lobte die Anlage als "eine Bundesligisten würdig" und betonte auch die Wichtigkeit der letzten Dorfgaststätte für die Gemeinschaft. Weiter 30 Prozent Zuschuss zu den Gesamtkosten seine vom württembergischen Landessportbund zugesagt, sagte Prickler.

Die KC-Jugend plant derweil, unterstützt von Jugendtrainer Martin Kuhn, auf dem Parkplatz vor dem Sportheim eine Outdoor-Kegelbahn aus Holz aufzubauen. Nur für die "Gaudi", wie Prickler sagt. Und die Wirtsfamilie Maile, die die Sportgaststätte betreibt, steht in den Startlöchern für den Neuanfang: Ab Montag, 10 Uhr, sind Gastraum und Terrasse wieder geöffnet. "Wann wir unsere Einweihungsfeier machen können, das wissen wir aber noch nicht", sagte Prickler

(Text: Leidenberger Benjamin, Lokales, KC investiert groß in neue Bahnen, Sanierung, in: Schwäbische Post (Freitag, 15, Mai 2020), Nr. 112, Seite 18)


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